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Ebooks erstellen

Teil 1: Einleitung

Ich erlaube mir, fertige eBooks zu bearbeiten, um sie besser lesen zu können. Das kostet mich vielleicht eine Stunde, dafür muss ich mich dann anschließend nicht mehr ärgern. Viele eBooks kommen nämlich in traurigem Zustand daher. Bei ihrer Produktion werden die Möglichkeiten der heutigen Reader und das kompakte 6 Zoll-Display-Format nicht berücksichtigt. Ich kenne die Standards der Buchtypografie gut, denn ich habe Schriftsetzer gelernt. Die Standards für den Reader zu übernehmen, zeugt von wenig Verstand. Für den Reader gilt eine – abgewandelte – Weisheit aus der Werbung: the story is the hero. Wenn die Story nichts taugt, helfen typografische Klimmzüge auch nicht. Eine saubere und einfache Gestaltung, die dem Reader Einstellungsmöglichkeiten lässt, ist das beste, was man einem eBook mitgeben kann.

Hauptwerkzeug ist das freie Programm Sigil, ein epub-Editor, der viele Arbeitsschritte übernimmt, die zur Herstellung eines eBooks gehören. Ein epub besteht nämlich aus Text und ggf. Bildern, aus einer oder mehreren style-Dateien, aus Metadaten und aus Daten, die das Inhaltsverzeichnis bilden bzw. den Inhalt strukturieren. Alle diese Dateien werden gezippt. Die Endung zip wird geändert in epub … und das eBook ist fertig. Mit Sigil hat man damit nichts zu tun. Sigil erledigt das im Hintergrund.

Entsteht das eBook aus Klartext, sollte man vor Sigil ein Textprogramm verwenden, das eine Rechtschreibprüfung besitzt und schnell suchen und ersetzen kann (seit der aktuellen Version hat Sigil eine Rechtschreibprüfung im Code View). Leider hat man es oft mit unnötigem bzw. falschem Zeilenfall zu tun. Ein carriage return (Wagenrücklauf) darf es nur am Absatzende geben. Leider ist die Zeilentrennung bei der Übernahme von Text aus einem pdf immer eine Katastrophe. Es lohnt sich nicht, bei 800 Seiten die falschen Zeilenschaltungen aufzuheben. Hier kann ein php-Script helfen. Das dürfte aber für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln sein. Bei Bedarf stelle ich im Netz eine Lösung zur Verfügung, die mit dem schnellen Browser Chrome eine Korrektur ermöglicht.

Für die Konvertierung von pdf-eBooks eignet sich das Programm Mobipocket Creator. Die entstehenden Fehler sind in der Regel nicht diesem Programm anzulasten, sondern dem pdf. Sehr viele pdf sind unprofessionell erstellt. Falls man sich die Korrekturarbeit antun will, kann man das mit Sigil tun. Mobipocket Creator erstellt aus einem pdf die Formate prc/mobi und html. prc/mobi kann mit Calibre zu epub gewandelt werden. Die html-Datei kann in Sigil importiert werden. Sollte ein Amazon-eBook mit dem Kopierschutz DRM versehen sein, helfen ebenfalls Scripts und Calibre. Aus rechtlichen Gründen gibt es hier keine näheren Erläuterungen dazu.

Das mit Sigil erstellte eBook kann in Calibre zu mobi konvertiert werden. Das geschieht in der Regel fehlerfrei. Beim umgekehrten Weg – mobi zu epub – kann es zu Qualitätsminderung bei Bildern kommen. Diese müssten dann in Sigil neu importiert werden.

Teil 2 : Mobipocket Creator

Dieses freie Programm (googeln) wandelt html-Dokumente, MS Word-Dokumente, Text-Dokumente und pdf in das eBook-Format prc/mobi (Amazon Kindle) und zusätzlich in html. Calibre konvertiert prc/mobi zu epub. Aus dem html-Output kann man in Sigil ebenfalls das epub-Format erstellen. In Sigil ist eine Bearbeitung leichter als in Calibre.

Spielen wir es mal mit einer pdf-Datei durch und starten Mobipocket Creator. Unter dem Balken Import from Existing File wählen wir Adobe pdf. Damit sind wir schon auf Seite 2. Nun mit Browse das zu konvertierende pdf suchen und mit dem zweiten Browse darunter ggf. einen anderen Ausgabeordner wählen. Dann auf Import klicken. Damit kommen wir auf die dritte Seite, wählen die importierte Datei und starten die Konvertierung mit Build. In einem weiteren Fenster kann man bestimmen, ob das Ergebnis komprimiert und verschlüsselt werden soll (no … ist in der Regel angesagt). Mit Klick auf Build geht es endlich los. Selbst große Werke sind blitzschnell gewandelt.

Nun gibt es drei Möglichkeiten, sich das Ergebnis anzusehen:

Es gibt für mobi immer eine Warnung, die man ignorieren kann.

Falls der freie Kindle Reader for PC installiert ist, startet dieser nach dem Klick auf die Datei mit der Endung .prc (prc ist identisch mit mobi, kann also umbenannt werden).
Für die Wandlung in epub startet man das freie Programm Calibre (Beschreibung kommt).

Für eine Bearbeitung bzw. inhaltliche oder formale Korrektur startet man das freie Programm Sigil (Beschreibung kommt).

Anmerkung: Bei der Konvertierung von pdf zu mobi oder epub mit Calibre werden die Seitenzahlen nicht entfernt. Umbruchfehler gibt es mit beiden Programmen. Hier hilft nur der Editor Sigil.

Teil 3: Konvertierung prc/mobi => epub mit Calibre

Das freie Programm Calibre ist das Schweizer Messer der eBook-Bearbeitung. Hier soll es aber nur um die Konvertierung von mobi zu epub gehen. Alle anderen Funktionen des Programms kann man sich nach und nach erarbeiten. Für viele eBook-Leser ist Calibre die Schaltzentrale schlechthin.

Zunächst wird die zu konvertierende mobi Datei geladen (mit Bücher hinzufügen links oben). Jetzt kann man ggf. Titel und Autor (Name Vorname (empfohlen) bzw. Vorname Name) ändern. Calibre hat beim Laden das zu konvertierende eBook unter /ePUBooks in einen Ordner mit dem gewählten Autornamen kopiert. In diesem Ordner wird später auch die Konvertierung abgelegt. Löscht man später das Projekt in Calibre, so sind auch die neu abgelegten Daten gelöscht. Vorsicht ist also angebracht.

Der nächste Schritt ist die Kontrolle mit Metadaten bearbeiten im neuen Fenster. Links wird das Cover gezeigt. Sollte keine Cover existieren, erstellt Calibre aus der ersten Textseite ein Textcover. Diese unbrauchbare Datei sollte man löschen (mit *Löschen* unter *Cover ändern*). Jetzt bleibt im Coverfenster nur ein leerer brauner Bucheinband stehen. Ist ein neues Cover (600 x 800 Pixel) gewünscht, kann man dieses hier laden. Mit *Ok* wird das Fenster geschlossen und etwaige änderungen gespeichert.

Mit Bücher konvertieren geht es in einem neuen Fenster weiter. Der Link weist darauf hin, dass man mehrere eBooks im Stapel konvertieren kann. Rechts oben wird das Ausgabeformat gewählt. In diesem Beispiel ist es epub. Mit dem Klick auf Ok startet die Konvertierung. Davor kann man verschiedene änderungen (Menü links) vornehmen. Nichts davon ist wirklich wichtig. Die Feinheiten erschließen sich ohnehin nur dem erfahrenen Nutzer des Programms bzw. dem Kenner der eBook-Konventionen

.

Bei der Konvertierung von epub zu mobi sollte man sich die *Mobi-Ausgabe* (links) ansehen. Hier kann z.B. die Bezeichnung für das Inhaltsverzeichnis geändert werden. Man kann auch bestimmen, ob das Inhaltsverzeichnis am Anfang oder am Ende des eBooks stehen soll.

Teil 4: Editieren mit Sigil

Mit dem freien Programm Sigil kann man eBooks im Format epub erstellen und bearbeiten. Um mit Sigil arbeiten zu können, sollte man etwas von html und von css verstehen. Sigil hilft dabei durch eine automatische Korrektur. Trotzdem ist der Umgang mit dem Programm nicht trivial. Da der Nutzen jedoch besonders groß ist, sollte man auf einen Versuch nicht verzichten.

Zuerst werden wir die mit Mobipocket Creator in Teil 2 erstellte html-Datei für die Erstellung des eBooks verwenden. Sollte das Ergebnis unbefriedigend sein, bleibt immer noch die Konvertierung von prc/mobi zu epub mit Calibre.

Aber noch eins vorab: Der Zeilenumbruch der Konvertierung aus einer PDF-Datei ist meist fehlerhaft, Dabei kommen Zeilenwechsel mitten im Absatz vor, was im Reader unakzeptabel ist. Natürlich kann man das in Sigil per Hand korrigieren. Bei einigen hundert Seiten sollte man sich das aber verkneifen. Wie man dieses Problem eventuell lösen kann, steht in Teil 5.

Nach dem Start von Sigil sehen wir auf der linken Seite untereinander die Ordner Text, Styles, Images, Fonts und und Misc(ellaneous).

Zuerst importieren wir die html-Datei aus der Mobipocket Creator-Konvertierung indem wir mit der rechten Maustaste auf Text klicken und dann auf Add Existing Items. Jetzt sollte man natürlich wissen, wo die html-Datei gespeichert wurde. Nach einer erfolgreichen Suche erscheint die html-Datei in Sigil. Gegebenenfalls liegen auch Bilder im Ordner Images. Im Ordner Style wurde außerdem eine style-Datei (Style0001.css) abgelegt, die das Aussehen des eBooks bestimmt. Später können wir die style-Datei bearbeiten, um die Typografie des eBooks zu ändern.

Nun wechseln wir die Ansicht – entweder von BookView zu CodeView oder umgekehrt. Man kann den Text in beiden Views ändern. Im CodeView muss man allerdings mit der Seitenbeschreibungssprache html vertraut sein.

Links neben den View-Buttons liegen die für Suchen und Ersetzen, rechts die Buttons für Seitentrennung und Bildeinbau.

Tools / Meta-Editor

Für die Erkennung des eBooks in Calibre und im Reader sind korrekte Meta-Informationen erforderlich. In der Textzeile über den Buttons findet man den Link. Es genügt die Eingabe des Buchtitels und des Autors (ich bevorzuge die Form Nachname Vorname).

Kapitel + Tools / TOC-Editor (Inhaltsverzeichnis)

Ein in Kapitel gegliedertes Buch liest sich besser. Vor allem aber wird aus Kapitelüberschriften das Inhaltsverzeichnis erstellt. Auch im CodeView kann man überprüfen, ob es Kapitel gibt oder der Autor darauf verzichtet hat. In der Regel haben die Kapitel die Auszeichnung

text

und

text

würde ich dem Titel des eBooks überlassen).

Falls man Kapitel nachträglich einbauen will, kann man dies mit unsichtbarem d.h. weißen Zahlen machen. Dann wechselt der Reader beim Kapitelbeginn auf eine neue Seite (sofern dies gewünscht wird/siehe Styles) und im Inhaltverzeichnis erscheinen die Kapitelzahlen sichtbar.

Nachträglich kann man Kapitelüberschriften im BookView einbauen. Dafür gibt es ein Menü links oben (Normal, Heading 1 usw.). Man markiert den Text und wählt die Auszeichnung.

Seitentrennung

epub-Reader kommen eventuell nicht mit html-Seiten zurecht, die größer als 200 Kb sind. Und so muss man einen sehr großen Starttext trennen, was sich auf das Lesen im Reader nicht auswirkt. Für das Trennen gibt es oben den Button ChapterBreak. Mehrere/viele html-Dateien in einem epub eBook haben außerdem den Vorteil, dass Sigil zügiger arbeitet.

Suchen + Ersetzen

Fehler kann man mit Ersetzen eliminieren. Will man das gleichzeitig auf mehreren Seiten machen, muss man in den CodeView wechseln. Die Buttons dafür haben eine Lupe.

Style-Datei

Die meisten eBooks kommen mit riesigen Style-Dateien daher. Eigentlich benötigt man nur wenige Zeilen.

Mein Beispiel:
body {
font-size:1em;
}
h1 {
font-size:1.4em;
margin: 0 0 1em 0;
text-align:center;
page-break-before: always;
}
h2 {
font-size:1.2em;
margin: 0 0 1em 0;
text-align:center;
page-break-before: always;
}
h3 {
font-size:1.2em;
margin: 0 0 1em 0;
text-align:center;
}
p,div {
font-size:1em;
margin: 0.5em 0 0.5em 0;
text-indent:0em;
text-align:left; }
.no { text-indent:0;
}
.center {
text-indent:0;
text-align:center;
}

In diesem Beispiel sind die überschriften zentriert, der Fließtext ist linksbündig, auf Blocksatz wird bewusst verzichtet, weil die Reader keine Worttrennung kennen. Die erste Absatzzeile wird nicht eingezogen, dafür gibt es einen minimalen Abstand zwischen den Absätzen. Diese Gestaltung eignet sich gut für einen 6"-Reader, ist aber auch Geschmacksache.

Die Alternative wäre:

p,div {
font-size:1em;
margin: 0 0 0 0;
text-indent:1em;
text-align:justify;
}

In den html-Dateien muss unter text der Link zur Style-Datei stehen. Hier ist auf eine Übereinstimmung von Link und Dateiname zu achten

<link href="../Styles/Style0001.css" rel="stylesheet" type="text/css" />

Fonts

Hier kann man eigene Schriften einbauen. Diese sollten allerdings lizenzfrei sein. Man kopiert sie mit Rechtsklick auf Fonts. In der Style-Datei wird sie für den gesamten Text oder Textteile zugeordnet.

Für epub Reader wie Sony kommt der Einbau externer Schriften (im epub oder im Reader) infrage.

In die Style-Datei käme dann:

@font-face {
font-family: Serifa;
font-weight: normal;
font-style: normal;
src: url(../Fonts/serifa_n.ttf);
}

Link für Schriften im Sony-Reader:

src: url(res:///Data/fonts/schrift.ttf);

Für die Nutzung der Schrift fügt man diese so ein:

p,div {
font-family: Serifa;
font-size:1em;
margin: 0.5em 0 0.5em 0;
text-indent:0em;
text-align:left;
}

Da der Kindle Reader nur seine eigenen Schriften verwendet, macht das keinen Sinn. Wenn man vorhat, das epub später in ein mobi zu verwandeln. verzichtet man also auf externe Schriften.

Nach getaner Arbeit speichert man sein eBook. Sigil leistet im Hintergrund wertvolle Arbeit und fügt alle erforderlichen Daten zu einer zip-Datei zusammen, die allerdings die Endung epub bekommt.

Natürlich ist dieser Text keine Gebrauchsanleitung für die Bedienung des Programms. Er soll einen ersten Überblick verschaffen. Der/die eine oder andere soll einschätzen können, ob es sich lohnt, mit Sigil zu arbeiten.

Teil 5: Umbruch-Korrektur

Bei der Konvertierung von pdf tauchen immer wieder Textpassagen auf, in denen Absätze mit willkürlichen Zeilentrennungen versehen sind. Es ist mühsam, dies zu korrigieren. Ich kenne nur zwei mehr oder weniger hilfreiche Methoden.

Methode 1 = Suchen und Ersetzen
Methode 2 = Scriptbehandlung

Beide Methoden scheiden natürlich aus, wenn es um beabsichtige Zeilentrennungen wie z.B. bei Gedichten geht.

Methode 1

Man kann in Sigil die fehlerhaften Passagen mit ChapterBreak isolieren und im CodeView alle <br /> durch nichts ersetzen. Sigil markiert Absätze manchmal mit <div>text</div> anstatt <p>text</p>.

Da in der Style-Datei die Befehle <p>text</p> und <div>text</div> mit den selben Parametern definiert sind, muss man <div>text</div> nicht mit </p>text</p> ersetzen.

Es ist auch zu überlegen, ob eine Textbearbeitung mit einem Klartexteditor sinnvoller ist. Da Sigil *mitdenkt*, kann die Autokorrektur des Programms auch Schaden anrichten. Man kann die Autokorrektur abschalten, Sigil scheint das hin und wieder zu ignorieren.

Texte werden bei Sigil im Bookview eingefügt, im CodeView würden die html-Regeln angewendet werden, und alles wird ein einziger Absatz.

Methode 2

<?php
$text=$_POST["ext";
$text=prg_replace("#(? $text=nl2br($text);
echo $text;
?>

Man kopiert den zu bearbeitenden Text in ein Formular und übergibt ihn an ein php-Script, das die Umbruchkorrektur vornimmt. Dafür ist ein Internet-Server erforderlich, falls xampp lokal installert ist, kann man es auch offline laufen lassen. Falls es sich um einen sehr großen Text handelt, sollte man den Browser Chrome einsetzten, der große Textmengen eher verkraftet als andere Browser. Das Ergebnis kann man mit Strg-a markieren, mit Strg-c kopieren und mit Strg-v in eine neu angelegte Datei oder in Sigil (BookView) kopieren.

Mit dem Script werden im folgenden Text alle Zeilentrennungen innerhalb eines Absatzes gelöscht. Die Leerzeilen werden - wie üblich - als Absatztrennung identifiziert.

Meine beiden Briefe werden Sie, liebe Charlotte, empfangen
haben, ob sie gleich noch unbeantwortet
sind. Beide hatten die Absicht,
Sie über Ihre Bedenklichkeiten
zu beruhigen. Ich hoffe, das
Ihnen heute zuerst, was Ihnen meinm
letzter Brief sagte, dass alles, was Sie
mir aus Ihrem Leben und Ihrer Vergangenheit
mitteilen, ganz durch Ihre Empfindungen bestimmt
werden muss. Es soll ein Zurückgehen
in die Vergangenheit sein,
mit dem, der den innigsten Teil an Ihnen nimmt, aber kein
Aufreißen schmerzlich vernarbter
Wunden, das musste ich Ihnen zuerst sagen.

Recht herzlich danke ich Ihnen für die mir als Probe
übersandten wenigen Bogen.
Die Erzählung beginnt so ganz zu
meiner Zufriedenheit, nur wünschte ich doch hier und da noch
mehr Ausführlichkeit. Lassen Sie sich gar keine Furcht angehen,
dass Sie zu weitläufig werden
könnten, und denken Sie nicht, wie
langsam Sie verweilen.

Das Ergebnis:

Mit dem Script werden im folgenden Text alle Zeilentrennungen innerhalb eines Absatzes gelöscht. Die Leerzeilen werden - wie üblich - als Absatztrennung identifiziert.

Meine beiden Briefe werden Sie, liebe Charlotte, empfangen haben, ob sie gleich noch unbeantwortet sind. Beide hatten die Absicht, Sie über Ihre Bedenklichkeiten zu beruhigen. Ich hoffe, das ist mir gelungen, und ich wiederhole Ihnen heute zuerst, was Ihnen mein letzter Brief sagte, dass alles, was Sie mir aus Ihrem Leben und Ihrer Vergangenheit mitteilen, ganz durch Ihre Empfindungen bestimmt werden muss. Es soll ein Zurückgehen in die Vergangenheit sein, mit dem, der den innigsten Teil an Ihnen nimmt, aber kein Aufreißen schmerzlich vernarbter Wunden, das musste ich Ihnen zuerst sagen.

Recht herzlich danke ich Ihnen für die mir als Probe übersandten wenigen Bogen. Die Erzählung beginnt so ganz zu meiner Zufriedenheit, nur wünschte ich doch hier und da noch mehr Ausführlichkeit. Lassen Sie sich gar keine Furcht angehen, dass Sie zu weitläufig werden könnten, und denken Sie nicht, wie langsam Sie verweilen.

Ende